EINKEHRAUS (norbert c. kaser, ein letztes mal im gepäck)

EINKEHRAUS (norbert c. kaser, ein letztes mal im gepäck)

  werden zu schwazer silber (norbert c. kaser) einkehr ein reinkehren ins andere land mit augen aus glas / in diesem mondschein sonnseitig sein mit gebrochnen / augen im schatten des surheim deinen nebelschal tragen / mit josef opperer vielleicht am ende des tages / verschwindet immer der berg dein körper dein hirn / klimpert im werk im abbau dieser wortadern bleibt   auskehr ein rauskehren ins eigene land mit augen aus glas / so eine wehmut glänzend in tiroler kristallen spiegelt...

in den berg, faltnwurf (kling)

in den berg, faltnwurf (kling)

in den berg fahren; im kopf die formulierung wiederholen, sie wenden, sie eindrehen, dieses in, so ein kleines wort, so eine wucht aber dahinter, das in den berg sich also begreifbar noch besser sichtbar machen. von außen schwer möglich. von außen der berg, der silberne, ja unverwundet, zumindest in großen teilen, lässt nichts von seinen adern spüren, dem inneren geflecht, unterm oder hinterm massiv, je nach sichtweise. von außen gibt’s nur ein auf den berg, ein auf dem berg sein, immer an der...

gleißende stille dann

gleißende stille dann

sich einfinden, beim gemeinsamen frühstück, hier im haus franziskus, so schön eingedeckt alles, in weiß auch; sich einfinden an einem frühmorgen, an dem keine hochzeit nachgefeiert, sondern ein bevorstehender tod verkündet wird, vorsichtig, »man kommt sich bloß und bloßgelegt vor, und diese gleißende stille dann, die gegen die fenster schlägt, sich auf teller legt, so ein seltsamer glanz, diese regungslosen momente, die berge umwolkt am fenster, verbündete irgendwie, als ob alles immer schon...

hotel toleranz, musil im gepäck

hotel toleranz, musil im gepäck

donnerstag, 15.11.18 ein monat bereits vergangen, die ankunft schon vergangenheit, vieles neue bekommt das gesicht des bekannten; so ein schönes gefühl. darin auch: das aufblitzen von gesammelten bildern, visuellen versatzstücken, die sich in mir festsetzen, ohne dass ich genau wüsste, warum. das hotel toleranz etwa. in jenbach steht es, im nächsten ort also, schon richtung achensee, die museale zahnradbahn dort immer noch im betrieb, die seltsame melancholie der jahrhundertwende ausspuckend,...

immer lehnt am felsen die weiße nacht (trakl)

immer lehnt am felsen die weiße nacht (trakl)

dienstag, 13.11. der berg und ich führen ein gespräch, seit tagen schon, seit nächten auch, eine seltsamsprache ist das, eher eine gebärde. vielmehr ein gebärden aus schwarz und weiß, in der flucht meines blickwinkels, auf dem spiegel meiner iris, falls das überhaupt möglich ist, frage ich meine augen, später meine hände, noch lieber foucault und seine ordnung der dinge, und neulich sagt jemand, dass er lernen musste, wieviel an grau zwischen schwarz und weiß liegen kann, und der berg nickt,...

krahvogel (in der wolfsklamm)

krahvogel (in der wolfsklamm)

nachtrag (zeitlos)   KRAHVOGEL   kämmt dir dein hirn durch berg und tal drängt dich ins leere / ins jetzt macht dich klamm am berg würdest du schwinden / bindest wörter am gefüße der vögel ist meistens nichts los / weiter oben erst teilen schnäbel luft in gegenwart und / niemand der etwas dagegen hat still ist es die raststation / hat heute geschlossen der krahvogel weiß nichts davon

tschiggin

tschiggin

sonntag, 4.11.2108   auf dem weg in die freiheitssiedlung sein, einer der vielen brüche jenseits der altstadt. für wenig geld konnte man dort leben, auch jetzt wieder, aber leben konnte man dort, immerhin. auch in den zeiten, als menschen über grenzen geschoben wurden, wie es dem jeweiligen system gerade recht war. bestenfalls die leute sich selbst entscheiden konnten, ohne zu wissen, was kommt. die »optanten«, so ein wort, so eine verallgemeinerung, ende der 30er jahre, nach dem...

die im dunkeln sieht man nicht

die im dunkeln sieht man nicht

freitag, 2.11.2018 und die einen stehn im licht, und ob ich vom berggericht wüsste, fragt mich jemand bei jana im café, und ich schüttel verneinend den kopf, und ob ich wüsste, dass es in der pfarrkirche hier getagt habe, damals zur glanzzeit des silberbergwerks, und ich schüttel weiter den kopf, auch bei allem anderen, etwa dass der angeklagte auf der platte direkt vorm altar stehen musste, und das gericht hinterm altar über schuld oder nichtschuld entschied, während der bergmann dort stand,...

am mondscheinplatz

am mondscheinplatz

mittwoch, 31.10.2018   Leider ist nicht alles Mond, was Silber ist, aber silbern, silbrig ist hier eigentlich alles in der stadt, zumindest auf den ersten blick, glänzt die oberfläche, der wasserspiegel, die bergspitzen glänzen oder wie man das nennen mag, je nachdem wie der nebel liegt, dein sichtfeld teilt, oben und unten für eine kurze oder längere weile auseinander reißt, aus einem wolkenband etwas blickdichtes macht, so als ob man aus dem berg, aus seinem aufgewaldeten körper etwas...