Moderation und Gespräch: Martin Sexl

Doron Rabinovici, geboren in Tel Aviv, lebt als Schriftsteller, Historiker und politischer Kommentator in Wien. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Anton-Wildgans-Preis und dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. Rabinovicis letzter Roman „Die Außerirdischen“ erschien 2017 bei Suhrkamp.

Im aktuellen Wahlkampf soll August Becker, Star unter den Pressefotografen, im Auftrag einer liberalen Zeitschrift den Spitzenkandidaten einer populistischen Partei so porträtieren, dass hinter der fürsorglichen und freundlichen Fassade des Politikers, der gegen Migranten ebenso hetzt wie gegen Frauen und unabhängige Medien, dessen Brutalität und Zynismus entlarvt wird.

Mit Witz, Ironie und Fabulierlust erzählt Doron Rabinovici von einer immer stärker polarisierten, einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft. Es geht um die Relativierung von Fakten, die Anziehungskraft des Autoritären, die Macht der Bilder. Es geht um den Kampf eines Populisten gegen einen Fotografen, der genau weiß, dass jede Aufnahme Zeugnis einer Einstellung ist. Aktuelle Bezüge zu Österreich sind dabei unübersehbar.

Martin Sexl ist Leiter des Instituts für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Innsbruck.