Dienstag, 24.09.2019
John Wray: Gotteskind
Moderation: Martin Fritz
20 Uhr Museum der Völker Schwaz

John Wray
Foto: Jan Schoelzel

John Wray wurde 1971 in Washington, D.C., als Sohn eines amerikanischen Vaters und einer österreichischen Mutter geboren. Studium am Oberlin College, an der Columbia University und an der Universität Wien. Er lebt als freier Schriftsteller in Brooklyn und Friesach (Kärnten). 2007 wurde er von dem Literaturmagazin «Granta» unter die zwanzig besten jungen US-Autoren gewählt, 2017 wurde er beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt mit dem Preis des Deutschlandfunks ausgezeichnet.

Veröffentlichungen auf Deutsch:

  • Die rechte Hand des Schlafes. Roman (Berlin Verlag 2002)
  • Retter der Welt. Roman (Rowohlt 2009)
  • Das Geheimnis der verlorenene Zeit. Roman (Rowohlt 2016)
  • Gotteskind. Roman (Rowohlt 2019)

Gotteskind: Die 18-jährige Aden Sawyer hat einen Plan. Sie will sich weit vom Haus ihrer Mutter, in dem die Familienfotos zur Wand gedreht sind, und vom Einfluss ihres dominanten Vaters entfernen. Sie sagt ihrem Vater, dass sie nach Peschawar in Pakistan reisen wird, um dort in einer Medrese den Islam zu studieren. Mit Hilfe eines Freundes organisiert sie die heimliche Reise. In Pakistan schlüpft sie in eine neue Identität, verkleidet sich als junger Mann. Doch bald gerät sie in größere Gefahr, als sie sich jemals vorstellen konnte. Denn der Weg zur Erlösung ist lang und gefährlich und er führt direkt in die Kriegswirren in Afghanistan. John Wray verfolgt das Schicksal seiner jungen Heldin mit der zwingenden Logik der Paranoia und erzeugt so atemberaubende Spannung.

„Gotteskind“ ist mehr als spannend. John Wray beweist sich als sprachgewandter Schilderer innerer, also psychischer, und äußerlicher, sprich ganz konkreter, Landschaften. Und er versteht es, seinen Roman bis in den letzten Winkel mit plastischen Details und ungemein fein gezeichneten Figuren auszugestalten. Gerade die machen „Gotteskind“ zu einem abgründig-authentischen Roman. Und damit auch zum Beweis einer alten Literaten-Weisheit: Manches muss man erfinden, wenn man der Wahrheit wirklich nahe kommen will.(Joachim Leitner in: „Tiroler Tageszeitung“)