Blog Stadtschreiberin

gleißende stille dann

sich einfinden, beim gemeinsamen frühstück, hier im haus franziskus, so schön eingedeckt alles, in weiß auch; sich einfinden an einem frühmorgen, an dem keine hochzeit nachgefeiert, sondern ein bevorstehender tod verkündet wird, vorsichtig, »man kommt sich bloß und bloßgelegt vor, und diese gleißende stille dann, die gegen die fenster schlägt, sich auf teller legt, so ein seltsamer glanz, diese regungslosenweiterlesen …

hotel toleranz, musil im gepäck

donnerstag, 15.11.18 ein monat bereits vergangen, die ankunft schon vergangenheit, vieles neue bekommt das gesicht des bekannten; so ein schönes gefühl. darin auch: das aufblitzen von gesammelten bildern, visuellen versatzstücken, die sich in mir festsetzen, ohne dass ich genau wüsste, warum. das hotel toleranz etwa. in jenbach steht es, im nächsten ort also, schon richtung achensee, die museale zahnradbahn dortweiterlesen …

immer lehnt am felsen die weiße nacht (trakl)

dienstag, 13.11. der berg und ich führen ein gespräch, seit tagen schon, seit nächten auch, eine seltsamsprache ist das, eher eine gebärde. vielmehr ein gebärden aus schwarz und weiß, in der flucht meines blickwinkels, auf dem spiegel meiner iris, falls das überhaupt möglich ist, frage ich meine augen, später meine hände, noch lieber foucault und seine ordnung der dinge, undweiterlesen …

krahvogel (in der wolfsklamm)

nachtrag (zeitlos)   KRAHVOGEL   kämmt dir dein hirn durch berg und tal drängt dich ins leere / ins jetzt macht dich klamm am berg würdest du schwinden / bindest wörter am gefüße der vögel ist meistens nichts los / weiter oben erst teilen schnäbel luft in gegenwart und / niemand der etwas dagegen hat still ist es die raststationweiterlesen …

tschiggin

sonntag, 4.11.2108   auf dem weg in die freiheitssiedlung sein, einer der vielen brüche jenseits der altstadt. für wenig geld konnte man dort leben, auch jetzt wieder, aber leben konnte man dort, immerhin. auch in den zeiten, als menschen über grenzen geschoben wurden, wie es dem jeweiligen system gerade recht war. bestenfalls die leute sich selbst entscheiden konnten, ohne zuweiterlesen …

die im dunkeln sieht man nicht

freitag, 2.11.2018 und die einen stehn im licht, und ob ich vom berggericht wüsste, fragt mich jemand bei jana im café, und ich schüttel verneinend den kopf, und ob ich wüsste, dass es in der pfarrkirche hier getagt habe, damals zur glanzzeit des silberbergwerks, und ich schüttel weiter den kopf, auch bei allem anderen, etwa dass der angeklagte auf derweiterlesen …

am mondscheinplatz

mittwoch, 31.10.2018   Leider ist nicht alles Mond, was Silber ist, aber silbern, silbrig ist hier eigentlich alles in der stadt, zumindest auf den ersten blick, glänzt die oberfläche, der wasserspiegel, die bergspitzen glänzen oder wie man das nennen mag, je nachdem wie der nebel liegt, dein sichtfeld teilt, oben und unten für eine kurze oder längere weile auseinander reißt,weiterlesen …

kleine weite

freitag, 26.10.2018 kleine weite. so nennt ulla das. also den abstand, den man hier in so einem tal haben kann oder vielleicht sogar braucht. der manchmal schwer zu finden ist. und sie sagt, dass es weiter oben eng werden kann. weiter oben, das bedeutet, am berg. in der höhe. dort, wo die bäume dicht neben einander stehen. dort, wo dasweiterlesen …

wer ist denn schon?

dienstag, 23.10.2018 wer ist denn schon bei sich, wer ist denn schon zu hause, und dass ich mein geliebtes elfriede-gerstl-buch zuhause liegen habe lassen, denke ich, in eben diesem genannten zuhause, und dass das ein wenig schade ist, so ein gedankensplitter auf dem gang, der jetzt vor mir liegt, klein gekachelt, eine leicht unebene fläche im dämmrigen, das muster erstweiterlesen …

auf der sonnseite

freitag, 19.10.2018 brüche suchen, brüche finden, brüchig werden. außerhalb der stadt, vielmehr der altstadt, eben hier, auf der sonnseite. so stehts im plan, so ist der name verzeichnet, jenseits des inns, zumindest in meinem stadtplan. wie so vieles in diesem plan steht, der offenbar schon älter ist, ohne dass ich es weiß oder wusste, denn die kellerjochbahn fährt nicht mehr,weiterlesen …

hier ists so wie anderswo

mittwoch, 17.10.2018 hier ists so wie anderswo den herrn hans treffen. vielmehr ihn kennenlernen, kurz. in hall in tirol, vier s-bahnstation von schwaz richtung innsruck, gerade mal eine viertelstunde fahrt, und der herr hans geht mit seinem rollator die schmalen wege der stadt langsam hoch. einen unfall habe er gehabt, seitdem müsse er sich schonen, erklärt er. und teppichhändler seiweiterlesen …

ich sitze am äußersten rand eines astes (mayröcker)

montag, 15.10.2018 ich sitze am äußersten rand eines astes vor dem fenster, der berg bleibt. nachts verschwindet er, wird verschluckt. das dunkel klüftet mein hirn, das hirngeschalte. irgendjemand ersetzt die sterne, irgendetwas leuchtet anstelle ihrer. vielleicht nur die vorstellung, das abbild des tages, die idee, dass hier sterne sein müssten. das auge irritiert, sucht, verliert sich. schließmechanismen, wiederkehrend, der bergweiterlesen …

ankommen, im anderen land

sonntag, 14.10.2018   ankommen, im anderen land. das frühe in ähnlichen farben. die füße, die eigenen, suggerieren anwesenheit, nehmen maß im raum. jedes geräusch deutlich zu hören. das gegenteil von haut über die ohren ziehen, mayröckernd der morgen, die fenster öffnen, den nahen berg hereinlassen, begrenzungen (sic!) nehmen. die hände ohne automatismen. noch ist alles neu: die kanne aus demweiterlesen …